Österreich

St Anton

≈ 1.304 mSki Arlberg, ≈ 300 km Pisten7 Residenzen
St Anton

Das Dorf, in dem das moderne Skifahren seine Methode fand, zu Füssen der Valluga

St. Anton am Arlberg liegt auf 1.304 Metern im äussersten Westen Tirols, auf der Ostseite des Arlbergpasses. Hier gründete Hannes Schneider 1921 eine Skischule, und seine Arlberg-Technik wurde später in aller Welt gelehrt. Eine Kulisse macht das Dorf daraus nicht: Die Bahnen starten fast im Zentrum, der Bahnhof liegt wenige Gehminuten von der Fussgängerzone entfernt, und der Skitag beginnt ohne Auto, oft direkt vor der Haustür des Chalets. Von Anfang Dezember bis Mitte April ist St. Anton der grösste Ort von Ski Arlberg, dem weitläufigsten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs.

Bekannt ist das Gebiet für seine steilen Pisten und für über 200 Kilometer Tiefschneeabfahrten unter der Valluga, die mit 2.811 Metern den höchsten Punkt bildet. Auf der anderen Talseite liegt der Rendl, ein eigener Berg mit eigener Talstation, auf dem es meist ruhiger zugeht. Das Après-Ski beginnt hier traditionell schon auf der letzten Abfahrt, in den Hütten oberhalb des Dorfes; erst danach zieht der Abend ins Zentrum. Die Chalets verteilen sich auf das Dorf, Nasserein und St. Jakob.

LandÖsterreichTirol
Dorfhöhe≈ 1.304 m
SkigebietSki Arlberg≈ 300 km Pisten
Höchste BahnValluga2.811 m
FlughafenInnsbruck (≈ 1 Std. 15) · Zürich (≈ 2 Std. 30)
CharakterSteilsportlich, lebhaftes Après-Ski
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Das St Anton-Erlebnis

Vom Dorf hinauf nach St. Christoph

Im Winter spielt sich das Leben in der Fussgängerzone zwischen Kirche und Talstationen ab. Hotels, Sportgeschäfte und Terrassen reihen sich dicht aneinander, und zum Abendessen geht man zu Fuss. Etwas weiter östlich liegt Nasserein mit einer eigenen Gondel auf den Gampen; von dort führt eine vier Kilometer lange Schlittelbahn ins Tal, die donnerstags auch abends offen ist. Eislaufen, Curling und Pferdeschlittenfahrten füllen die Tage abseits der Pisten.

Weiter oben am Pass, auf rund 1.800 Metern, folgt St. Christoph. Hier baute Heinrich Findelkind 1386 eine Herberge für die Reisenden über den Arlberg, und an derselben Stelle wurde 1901 der Ski-Club Arlberg gegründet. Heute liegt der Weiler mitten im Pistengebiet des Galzig. Langläufer finden dort oben eine Loipe auf 1.800 Metern; unten im Tal führt eine zehn Kilometer lange Loipe in die bewaldete Stille des Verwalls.

Von der Valluga bis zum Rendl

In St. Anton fährt man auf beiden Talseiten. Im Norden führen die Bahnen über Gampen, Kapall und Galzig zur Valluga, im Süden liegt der Rendl. Ski Arlberg zählt insgesamt rund 300 Pistenkilometer und 85 Bahnen und Lifte in St. Anton, St. Christoph, Stuben, Lech, Zürs, Warth und Schröcken. Seit dem Winter 2016/17 verbindet die Flexenbahn die Tiroler mit der Vorarlberger Seite, und man kommt auf Ski bis nach Lech. Der Run of Fame folgt dieser Verbindung über rund 85 Kilometer.

Seinen Ruf aber hat St. Anton abseits der Pisten erworben. Das Gebiet bietet über 200 Kilometer Tiefschneeabfahrten und Skirouten, die nicht präpariert werden. Die kleine Seilbahn auf den Gipfel der Valluga nimmt Skifahrer nur in Begleitung eines staatlich geprüften Bergführers mit; dort oben beginnen Abfahrten, die auf keinem Pistenplan stehen. Wer auf der Piste bleibt, fährt von der Valluga rund neun Kilometer ins Tal: die längste Abfahrt des Gebiets.

Einkehren und die letzte Abfahrt

Am Galzig, auf 2.085 Metern, ist die Verwallstube mittags geöffnet und lädt an bestimmten Abenden zum Dinner bei Kerzenlicht. In St. Christoph, direkt an der Piste, ist die Hospiz Alm mittags Skihütte und abends ein feineres Restaurant; ihr gotischer Weinkeller ist für seine Grossflaschen bekannt, allen voran aus dem Bordelais. In den Hütten bleibt die Küche tirolerisch: Kaspressknödel in der Suppe, Tiroler Gröstl und Kaiserschmarrn.

Nach der letzten Bahn beginnt das Après-Ski auf dem Weg nach unten. Der MooserWirt, das Krazy Kanguruh, das es seit 1965 gibt, und der Heustadl mit Livemusik liegen an der Piste oberhalb des Dorfes; die letzten Meter fährt man danach auf Ski ab. Wer es ruhiger mag, fährt direkt ins Dorf, wo der Abend gemächlicher beginnt, mit einem Apéro und einem reservierten Tisch.

Was tun

Eine Woche in St. Anton

IDer Run of Fame

Rund 85 Kilometer durch ganz Ski Arlberg, über die Flexenbahn nach Zürs und Lech und wieder zurück.

IIFreeride mit Bergführer

Mit einem staatlich geprüften Bergführer auf die Valluga und in den Tiefschnee.

IIIDie Valluga-Plattform

Der Aussichtspunkt auf 2.811 Metern, auch für Fussgänger ohne Ski, mit Blick bis nach Graubünden.

IVSchlitteln am Gampen

Vier Kilometer ins Tal, donnerstags auch nach Einbruch der Dunkelheit.

VLanglauf im Verwall

Zehn Kilometer Loipe vom Dorfrand hinein ins stille Verwalltal.

VIDinner in der Verwallstube

Bei Kerzenlicht am Galzig, auf 2.085 Metern.

Gut zu wissen

Wussten Sie schon?

Hannes Schneider gründete 1921 in St. Anton seine Skischule. Seine Arlberg-Technik, die auf dem Stemmbogen aufbaut, wurde später weltweit unterrichtet.

1928 wurde hier das erste Arlberg-Kandahar-Rennen gefahren, erdacht von Schneider und dem Briten Arnold Lunn. 2001 war St. Anton Gastgeber der Alpinen Skiweltmeisterschaften.

Im April endet die Saison mit dem Weissen Rausch: 555 Teilnehmer starten gemeinsam am Vallugagrat und fahren über unpräparierten Schnee ins Tal.

Laut Ski Arlberg fallen im Gebiet pro Winter im Durchschnitt rund neun Meter Schnee.

Beste Reisezeit

Anfang DezemberDie Bahnen öffnen, und kurz darauf folgt das Stanton Ski Open mit Testmaterial und Livemusik.
Weihnachten und NeujahrDie belebtesten Wochen der Saison; Skilehrer, Bergführer und Tische reserviert man frühzeitig.
JanuarKalt und ruhig nach den Feiertagen, mit guten Chancen auf Neuschnee und kurzen Wartezeiten an den Bahnen.
Februar und MärzLängere Tage und volle Terrassen in den Schulferien; im März wird die Luft milder, und die Sonne bleibt länger auf den Pisten.
AprilFrühlingsschnee bis etwa Mitte April, mit dem Weissen Rausch als Saisonfinale.

Anreise

Mit dem FlugzeugInnsbruck liegt rund 100 Kilometer entfernt, etwa eineinviertel Autostunden, Zürich rund 200 Kilometer oder etwa zweieinhalb Stunden.
Mit der BahnSt. Anton hat einen eigenen Bahnhof an der Arlbergbahn, wenige Gehminuten vom Zentrum. Direkte Züge brauchen ab Zürich gut zwei Stunden und zwanzig Minuten, ab Innsbruck etwas mehr als eine Stunde: im Winter die entspannteste Anreise.
Mit dem AutoVon November bis Mitte April gilt in Österreich bei winterlichen Verhältnissen die Winterpneupflicht, Schneeketten gehören ins Auto. Auf der Autobahn braucht es eine Vignette, und für den Arlbergstrassentunnel wird separat Maut erhoben.
TransferGern organisieren wir einen Chauffeur oder einen Transfer ab Innsbruck oder Zürich.