Österreich

Lech

Lech ≈ 1.444 m · Zürs ≈ 1.717 mSki Arlberg, ≈ 300 km Pisten26 Residenzen
Lech

Ein Walserdorf am Weissen Ring, das die Zahl der Skifahrer pro Tag bewusst begrenzt

Lech liegt auf 1.444 Metern in Vorarlberg, auf der Nordseite des Arlbergs; um 1300 liessen sich hier Walser aus dem Wallis nieder. Im Winter lebt das Dorf auf zwei Ebenen: unten der Fluss, die alte Kirche und die Hotels an der Hauptstrasse, oben die Sonnenterrassen von Oberlech, das man vom Zentrum aus in vier Minuten mit der Seilbahn erreicht. Der Zwiebelturm der alten Kirche St. Nikolaus bleibt auch im tiefen Schnee das Wahrzeichen des Tals. Ein paar Kilometer weiter liegt Zürs, auf 1.717 Metern am Flexenpass. Gemeinsam bilden die beiden Orte den westlichen Teil von Ski Arlberg, dem grössten zusammenhängenden Skigebiet Österreichs.

Seit Jahrzehnten setzt sich Lech selbst eine Grenze: Sind genug Skifahrer am Berg, werden keine Tageskarten mehr verkauft. Diese Zurückhaltung prägt den Ort. Gefahren wird auf breiten, sorgfältig gepflegten Pisten, ins Tiefschneegelände geht es mit Bergführer oder Helikopter, und der Tag endet eher am Tisch als auf der Tanzfläche. Die Chalets stehen in Lech selbst, in Oberlech und in Zug, mit Blick über das Tal.

LandÖsterreichVorarlberg
DorfhöheLech ≈ 1.444 m · Zürs ≈ 1.717 m
SkigebietSki Arlberg≈ 300 km Pisten
Höchste BahnValluga, 2.811 müber die Flexenbahn
FlughafenInnsbruck (≈ 1 Std. 30) · Zürich (≈ 2 Std. 30)
CharakterWalserdorfruhig, ausgezeichnete Küche
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Das Lech-Erlebnis

Lech, Oberlech und Zürs im Winter

Das Dorf folgt dem Lauf des Lech: die Kirche auf ihrem Hügel, darunter Hotels, Geschäfte und Terrassen am Wasser. Vom Zentrum fährt die Seilbahn nach Oberlech, einem Weiler aus Hotels und Chalets auf einer sonnigen Geländestufe; von dort führt eine beleuchtete und beschneite Schlittelbahn über 1,2 Kilometer zurück ins Dorf. Rund um Lech sind etwa 40 Kilometer Winterwanderwege präpariert, einer davon zum Skyspace von James Turrell bei Oberlech, der auch im Winter offen ist.

Zürs am Flexenpass ist kleiner, liegt höher und hat einen eigenen Natureisplatz. Hinter Lech, am Eingang eines stillen Seitentals, folgt Zug; eine Pferdeschlittenfahrt dorthin gehört zu den Klassikern des Lecher Winters. Langläufer finden sechs Loipen mit zusammen rund 27 Kilometern, dem Fluss entlang und durch das Zugertal, und in Lech selbst gibt es eine Eishalle.

Der Weisse Ring und die Flexenbahn

Rund um das Dorf zieht sich der Weisse Ring: 22 Kilometer über Zürs, das Madloch, Zug und Oberlech, seit den 1950er-Jahren die klassische Skirunde des Gebiets. Mitte Januar wird daraus ein Rennen mit 1.000 Teilnehmern, die im Zehn-Sekunden-Takt am Rüfikopf starten; der Streckenrekord von gut 44 Minuten hält seit 2010. Abseits der Runde locken Abfahrten wie der Lange Zug, eine der steilsten Pisten des Gebiets, und das Zürser Täli.

Seit dem Winter 2016/17 verbindet die Flexenbahn Zürs mit Stuben und damit mit St. Anton; seither ist ganz Ski Arlberg auf Ski erreichbar: rund 300 Pistenkilometer, 85 Bahnen und Lifte und über 200 Kilometer Tiefschneeabfahrten. Lech Zürs ist ausserdem der einzige Ort Österreichs, an dem Heliskiing erlaubt ist. An Werktagen fliegt der Helikopter vom Kriegerhorn oder vom Flexenpass zum Mehlsack oder ins Schneetäli, und ein staatlich geprüfter Skiführer begleitet die rund einstündige Abfahrt nach Zug.

Lange Mittagessen, ruhige Abende

Lech und Zürs zählen zusammen fast neunzig Restaurants, 22 davon mit Hauben von Gault&Millau: viel für eine Gemeinde mit etwa 1.600 Einwohnern. In Oberlech zählt die Griggeler Stuba zu den gefeierten Adressen, und auch in Zug und in den Hotels im Dorf gibt es Tische, für die Gäste eine weite Anreise in Kauf nehmen. Am Berg isst man einfacher: Käsknöpfle mit geschmolzenem Bergkäse und Röstzwiebeln oder ein Brett mit Vorarlberger Bergkäse zum Wein.

Das Après-Ski ist hier massvoller als auf der anderen Seite des Passes. Für viele ist die Balmalp bei der Bergstation der Zugerbergbahn am Nachmittag die erste Adresse; auf der Terrasse der Rud-Alpe, einer rund 250 Jahre alten Bauernhütte, spielt oft Livemusik; und mitten im Dorf liegt die Schneggarei direkt an der Piste, mit Holzofenpizza und offenem Kamin. Danach geht es zurück ins Chalet; gegessen wird später am Abend.

Was tun

Eine Woche in Lech

IDer Weisse Ring

22 Kilometer rund um Lech, Zürs und Zug, bequem an einem Tag zu schaffen.

IIHeliskiing

An Werktagen mit Skiführer zum Mehlsack oder ins Schneetäli, dann in rund einer Stunde hinunter nach Zug.

IIISchlitteln nach Lech

Von Oberlech 1,2 Kilometer auf beleuchteter Bahn hinunter ins Dorf.

IVSkyspace Lech

Eine Winterwanderung von Oberlech zum Lichtraum von James Turrell am Tannegg.

VLanglauf

Sechs Loipen mit rund 27 Kilometern, darunter eine dem Lech entlang nach Zug.

VIÜber die Flexenbahn

Auf Ski über Zürs und Stuben nach St. Anton und vor der letzten Bahn wieder zurück.

Gut zu wissen

Wussten Sie schon?

Die Grenze für Lech Zürs liegt bei rund 14.000 Skifahrern pro Tag. Ist sie erreicht, verkaufen St. Anton und Stuben nur noch Karten, die für ihre eigenen Bahnen gelten.

Anfang des 20. Jahrhunderts gab der Skipionier Viktor Sohm in Zürs die ersten Skikurse, und Ende der 1930er-Jahre lief dort der erste Schlepplift Österreichs.

Die Skischule Lech wurde 1925 gegründet; der erste Lift des Dorfes folgte 1939 am Schlegelkopf.

Erst die Flexenstrasse, zwischen 1895 und 1900 gebaut, gab Lech eine richtige Verbindung zur Aussenwelt. Das Dorf zählte damals 340 Einwohner.

Beste Reisezeit

Anfang DezemberDie Bahnen nehmen den Betrieb auf. Rund drei Viertel der Pisten lassen sich beschneien, sodass die Saison auch bei wenig Naturschnee pünktlich beginnt.
Weihnachten und NeujahrDie belebtesten Wochen; Restaurants, Skilehrer und Skiführer bucht man frühzeitig.
JanuarKalt und klar; Mitte Januar steht das Rennen über den Weissen Ring auf dem Programm.
Februar und MärzSchulferien und längere Tage; an vollen Tagen greift die Grenze für Tageskarten, und die Pisten bleiben ruhig.
AprilFrühlingsschnee und lange Mittagessen an der Sonne; gegen Mitte April endet die Saison.

Anreise

Mit dem FlugzeugInnsbruck liegt rund 100 Kilometer entfernt, etwa eineinhalb Autostunden, Zürich rund 200 Kilometer oder etwa zweieinhalb Stunden. Im Winter fährt ab Zürich täglich der Transferbus Arlberg Express.
Mit der BahnLangen am Arlberg (17 km) und St. Anton (20 km) liegen an der Strecke zwischen Zürich und Innsbruck; von dort fahren Busse und Taxis nach Lech.
Mit dem AutoIm Winter ist Lech auf der Strasse nur über den Flexenpass und Zürs erreichbar, teils durch Lawinengalerien; bei Lawinengefahr kann die Strasse vorübergehend gesperrt werden. Bei winterlichen Verhältnissen sind Winterpneus Pflicht, Schneeketten gehören ins Auto.
TransferGern organisieren wir einen Chauffeur oder einen Transfer ab Zürich oder Innsbruck.