Zermatt
Ein autofreies Dorf am Fuss des Matterhorns, mit Pisten bis auf den Gletscher und hinüber nach Italien
Zermatt liegt im Wallis, zuhinterst im Mattertal, auf rund 1.610 Metern. Über den Dächern steht das Matterhorn, 4.478 Meter hoch. Im Winter ist das Dorf vor allem Ausgangspunkt: Frühmorgens stapfen die Skifahrer mit geschulterten Ski durch die Bahnhofstrasse zur Zahnradbahn, zur unterirdischen Standseilbahn oder zur Gondel nach Furi, und eine halbe Stunde später stehen sie auf über 3.000 Metern. Benzinautos gibt es hier keine: Wer mit dem Auto anreist, parkiert in Täsch und fährt mit dem Shuttlezug weiter, und durch die Gassen surren nur kleine Elektrotaxis.
Das Skigebiet heisst Matterhorn ski paradise und reicht über die Grenze bis nach Breuil-Cervinia und Valtournenche im italienischen Aostatal. Zusammen sind das rund 360 Pistenkilometer, etwa 200 davon auf Schweizer Seite, bis hinauf auf 3.883 Meter am Klein Matterhorn, wo auf dem Gletscher das ganze Jahr Ski gefahren wird. Wer einen Tag aussetzt, schlittelt unter dem Gornergrat, läuft im Talboden bei Täsch Langlauf oder wandert mit Schneeschuhen zwischen den Viertausendern. Die Chalets verteilen sich über das Dorf und die Hänge darüber, oft mit dem Matterhorn im Fenster.
Unsere Residenzen in Zermatt






Das Zermatt-Erlebnis
Zermatt im Schnee
Der Schnee steht Zermatt gut. Die Bahnhofstrasse führt vom Bahnhof zur Pfarrkirche St. Mauritius, und dahinter, im Hinterdorf, stehen die alten Stadel und Speicher aus Holz auf ihren Steinplatten, dick verschneit. Unter dem Kirchplatz erzählt das Matterhorn Museum von der Erstbesteigung 1865. Am späten Nachmittag kehren die Skifahrer zurück, die einen zu Fuss über das letzte Pistenstück von Furi, die anderen mit der Standseilbahn ab Sunnegga.
Jedes Jahr im Januar spielen auf den Oberen Matten, mitten im Dorf, rund 76 Teams auf 19 Rinks um die Horu Trophy, ein Curlingturnier unter freiem Himmel. Im April holt Zermatt Unplugged Konzerte ins Dorf, in ein grosses Zelt und auf kleinere Bühnen. Wer es ruhiger mag, findet markierte Winterwanderwege, etwa jenen von Rotenboden nach Riffelberg: eine Stunde zu Fuss, vorbei am zugefrorenen Riffelsee.
Drei Berge und eine Grenze
Auf Schweizer Seite gliedert sich das Gebiet in drei Sektoren. Im Osten bringt die unterirdische Standseilbahn die Skifahrer nach Sunnegga, von dort geht es mit Gondel und Luftseilbahn über Blauherd aufs Rothorn, 3.103 Meter: breite, sonnige Pisten und die Abfahrt nach Findeln. In der Mitte fährt die Gornergratbahn auf 3.089 Meter, mit langen, gemütlichen Abfahrten über Riffelberg und Riffelalp; darüber, rund um Rote Nase und Stockhorn, liegt das steilere Gelände der Freerider. Im Westen geht es von Furi zum Schwarzsee, nach Trockener Steg und aufs Klein Matterhorn.
Vom Klein Matterhorn und von der Testa Grigia, 3.480 Meter, direkt auf der Grenze, öffnet sich die italienische Seite Richtung Breuil-Cervinia und weiter nach Valtournenche. Dafür braucht es einen internationalen Skipass, und die Uhr behält man besser im Auge: Bei starkem Wind schliessen die Grenzbahnen. Zurück ins Dorf sind es über 2.000 Höhenmeter Abfahrt, über den Theodulgletscher und am Schwarzsee vorbei nach Furi. Die Saison dauert von Ende November bis in die zweite Aprilhälfte; auf dem Gletscher wird auch danach weitergefahren.
Terrassen, Fondue und Après-Ski
Zu Mittag isst man am Berg. In Findeln, auf gut 2.000 Metern, liegen Chez Vrony und der Findlerhof mit Terrassen direkt gegenüber dem Matterhorn; weiter unten, im Weiler Zum See an der Abfahrt nach Furi, sitzt man zwischen alten Holzhäusern. Wer nach Italien hinüberfährt, isst in Cervinia Pasta und trinkt ein Glas aus dem Aostatal, bevor die Bahnen zurück an die Grenze führen.
Das Après-Ski beginnt im Hennu Stall an der Piste zwischen Furi und dem Dorf, wo Musik und eine volle Terrasse auf die letzte Abfahrt einstimmen. Im Dorf gehören das Papperla Pub und die Bar im Cervo, nahe der Talstation Sunnegga, zu den festen Adressen. Abends gibt es Raclette oder Fondue, dazu einen Fendant, einen Cornalin oder eine Petite Arvine aus dem eigenen Kanton: Das Wallis ist der grösste Weinbaukanton der Schweiz.
Eine Woche in Zermatt
Mit dem internationalen Skipass über die Testa Grigia nach Breuil-Cervinia und am Nachmittag zurück in die Schweiz.
Mit der Zahnradbahn nach Rotenboden und auf dem Schlitten rund 1,6 Kilometer hinunter nach Riffelberg.
Ein markierter Weg von rund 2,5 Kilometern vom Gornergrat nach Rotenboden, auch ohne Führer gut zu machen.
Eine flache Loipe von etwa zehn Kilometern im Talboden Richtung Randa, zwölf Minuten mit dem Zug.
Mit Bergführer und einem Helikopter der Air Zermatt zu einem zugelassenen Landeplatz wie dem Alphubeljoch.
Musik und eine volle Terrasse an der Piste von Furi, kurz vor der letzten Abfahrt ins Dorf.
Wussten Sie schon?
Alle zwei Jahre im April führt die Patrouille des Glaciers, das Skitourenrennen der Schweizer Armee, von Zermatt über Arolla nach Verbier: 57,5 Kilometer und über 4.300 Höhenmeter im Aufstieg.
Seit Juli 2023 verbindet der Matterhorn Alpine Crossing das Klein Matterhorn mit der Testa Grigia; so gelangt man auch ohne Ski, ganz mit der Seilbahn, nach Cervinia.
Auf dem Gletscher am Klein Matterhorn wird das ganze Jahr Ski gefahren, selbst im Hochsommer.
Der Schlittelweg von Rotenboden nach Riffelberg beginnt auf über 2.800 Metern und gilt als der höchstgelegene der Schweiz.





